Vor 4 Jahren hat der Kongress der Unia beschlossen, dass diese sich verstärkt für den Schutz für LGBTQI+ Arbeitende einsetzen soll. Auch die Organisation eines ersten Treffens für LGBTQI+ Mitglieder und Mitarbeitende wurde beschlossen. Am 1. März findet dieses nun in Bern statt. Im gegenwärtigen politischen Klima: Dringend notwendig.
Das Treffen soll ein Ort des Kennenlernens und des Diskutierens sein, der sich vor allem an betroffene Personen richtet. In mehreren Workshops soll angeschaut werden, wie man Diskriminierung am Arbeitsplatz begegnen kann und wie eine queere Organisierung in der Gewerkschaft aussehen könnte. So teilen zum Beispiel die Mitglieder der Queer Kommission des SGB ihre Erfahrungen. Durch den Tag begleiten Redebeiträge von Aktivist:innen, zum Beispiel von Unia Mitglied Tamara Funiciello, die auch bei der Lesbenorganisation Schweiz aktiv ist. Während wir uns mit Gegenwart und Zukunft beschäftigen, schauen wir auch in die Vergangenheit: Mit Beispielen queerer Gewerkschaftsgeschichte und Gewerkschaftskultur, die nicht nur informativ und kämpferisch sind, sondern auch berührend.
Das dieses Treffen wichtig ist, hat auch mit der aktuellen gesellschaftlichen Lage zu tun: Dieselben Firmen, die in den letzten Jahren noch jeden Juni die Pride-Flagge gehisst haben, kehren in den USA ihren queeren Angestellten nach Amtseintritt Trumps den Rücken, streichen Inklusions- und Antidiskriminierungsprogramme und stützen die Entscheide der republikanischen Partei, Schutz vor Diskriminierung bei der Arbeit aus den föderalen Gesetzbüchern zu verbannen. Hier zeigt sich: Die Chefetage war nie ein verlässlicher Verbündeter gegen Diskriminierung – wirkliche Sicherheit schaffen wir nur, wenn wir Solidarität unter allen Arbeitnehmenden herstellen können. Die gewerkschaftliche Organisierung LGBTQ+ Arbeitender ist hierfür unerlässlich – und dieses Treffen ein erster grosser Schritt der Gewerkschaft Unia, als Gewerkschaft den passenden Raum hierfür bieten zu können.