Politik

Nein zu Sonntagsverkäufen

- Nivalda Still

Die Wirtschaftskommission des Nationalrates unterstützt die Initiative des Kantons Zürich mit 15 zu 9 Stimmen. Zwölf statt wie bisher vier Sonntagsverkäufe pro Jahr gefährden, die Gesundheit der Arbeitnehmenden und missachten demokratisch gefällte Entscheide.

Frauen sind stärker betroffen.

Frauen sind häufiger von unattraktiver Sonntagsarbeit betroffen. Gemäss BFS sind über 17 Prozent der erwerbstätigen Frauen von Sonntagsarbeit betroffen. Bei den Männern sind es rund 14 Prozent. Die Stellenprozente, die an den Sonntagen zusätzlich geschaffen werden, dürften mit grosser Wahrscheinlichkeit während der Woche wieder kompensiert werden. Allerdings profitierten in erster Linie Grossverteiler: «Kleine Quartierläden können sonntags kein Personal bezahlen». Längere Ladenöffnungszeiten und mehr Sonntagsverkäufe sind mit Druck und Stress für die Verkäufer:innen verbunden. Darunter leidet das Privatleben und es können sogar Krankheiten die Folge sein. Das belegen mehrere Studien.

Unia sagt Nein zum Sonntagsverkauf!

Um vor überlangen Arbeitstagen zu schützen und für bessere Arbeitsbedingungen zu sorgen, fordert die UNIA mit anderen Sozialpartnern einen Branchen-GAV für den Detailhandel. Löhne und Arbeitsbedingungen können mit einem Branchen-GAV verbessert werden.

Es gibt viele Ausnahmen. Das Privatleben leidet genug.

Bereits heute sind die Arbeitsbedingungen im Detailhandel sehr flexibel; Bahnhöfe, Tankstellen, Skigebiete, Familienbetriebe und Flughäfen erlauben heute den Sonntagseinkauf. Es besteht kein Bedürfnis nach längeren Ladenöffnungszeiten, viele Kantone nutzen nicht einmal die vier bewilligungsfreien Sonntage. Drei Viertel der Vorlagen für längere Ladenöffnungszeiten wurden von den Stimmberechtigten abgelehnt. Für Erholung, Familienleben und soziale Kontakte sind gemeinsame freie Tage wie der Sonntag unverzichtbar. Die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben ist durch Mehrarbeit an diesen Tagen gefährdet.